Woran erkennst du, dass du am richtigen Platz bist?
Es gibt Momente im Leben, in denen wir völlig vergessen, auf die Uhr zu schauen. Wir sind ganz bei einer Tätigkeit, unsere Gedanken sind klar, unsere Aufmerksamkeit ist wach und wir fühlen uns präsent. Nicht, weil alles leicht wäre – manchmal sind wir sogar sehr gefordert. Doch genau diese Herausforderung fühlt sich richtig an und wenn wir später auf diesen Moment zurückblicken, bleibt meist ein Gefühl von Lebendigkeit.
Vielleicht ist genau dieses Gefühl einer der wichtigsten Hinweise darauf, ob wir unserer Lebensaufgabe näherkommen.
Ein erfülltes Leben entsteht nicht erst irgendwann
Es liegt auf den ersten Blick nahe, Erfüllung mit einem Ziel zu verbinden. Wir denken, sie kommt zu uns, wenn wir etwas erreicht haben: Wenn ich den richtigen Beruf gefunden habe, wenn die Kinder aus dem Haus sind, wenn ich allgemein mehr Zeit habe oder wenn ich endlich weiß, was meine Lebensaufgabe ist.
Doch dein Leben findet genau jetzt statt, während du diese Zeilen liest und sich vielleicht noch nicht alles erfüllt hat, was du dir vorgenommen hast oder du dich weniger orientiert fühlst, als du es dir wünschen würdest.
Können wir uns dennoch erlauben zu fragen: „Wie viel von meinem heutigen Leben fühlt sich bereits lebendig an?“
Denn selbst wenn wir unsere große Richtung noch nicht vollständig kennen, können wir immer wieder kleine Momente erleben, in denen wir ihr erstaunlich nah sind.
Lebendigkeit ist ein innerer Kompass
Natürlich schenkt uns nicht jede angenehme Tätigkeit Lebendigkeit und nicht jede anstrengende Aufgabe nimmt sie uns. Manche Menschen erleben sie, wenn sie ein anspruchsvolles Gespräch führen, andere beim Erschaffen von etwas Neuem. Wieder andere, wenn sie zuhören, organisieren, forschen, begleiten, gestalten oder Probleme lösen. Von außen sehen diese Tätigkeiten völlig unterschiedlich aus, doch innerlich geschieht etwas Ähnliches: Sie bringen uns in Kontakt mit dem, was in uns angelegt ist. Lebendigkeit ist deshalb kein Zufall. Sie ist oft ein Signal dafür, dass wir Fähigkeiten nutzen, die unserem Wesen entsprechen.
Manche Fragen kosten viel Energie
„Was kann ich besonders gut?“ oder „Womit kann ich Geld verdienen?“ sind beides sehr berechtigte Fragen. Aber ihre Antworten können leicht an unserem Herzen und unserem Wesen vorbeigehen. Denn wir können etwas hervorragend beherrschen und uns trotzdem leer fühlen. Wir können erfolgreich sein und dennoch das Gefühl haben, ständig Energie zu verlieren.
Vielleicht lautet eine präzisere Frage: „Welche Tätigkeiten schenken mir mehr Energie, als sie mir nehmen?“
Und das nicht unbedingt, weil sie einfach sind, sondern weil sie dich mit dir selbst verbinden…
Deine Lebensaufgabe beginnt oft im Kleinen
Wir stellen uns Lebensaufgaben gerne groß vor – als Berufung oder Mission, als etwas, das unser ganzes Leben verändert. Doch häufig beginnt sie viel unscheinbarer beispielsweise in den Gesprächen, die wir immer wieder suchen, in den Themen, über die wir stundenlang sprechen könnten, in den Problemen, die wir fast automatisch lösen oder in den Momenten, in denen andere verwundert fragen, woher wir eigentlich diese sprühende Energie nehmen.
In diesen vermeintlich kleinen Dingen liegt bereits eine Spur. Sie muss sich nicht in spektakulären Ereignissen niederschlagen. Vielmehr formt sie sich häufig aus dem, was sich erstaunlich selbstverständlich anfühlt.
Das LebensaufgabenSystem macht diese Spuren sichtbar
Viele von uns nehmen ihre größten Stärken kaum wahr, gerade weil sie ihnen so leichtfallen. Sie halten sie für selbstverständlich und glauben, jeder Mensch würde ähnlich empfinden. Das LebensaufgabenSystem hilft dabei, diese oft unsichtbaren Muster zu erkennen. Dabei zeigt es, welche Fähigkeiten in einem Menschen angelegt sind, aber auch, welche Erfahrungen, Herausforderungen und Entwicklungswege dazu gehören. Dadurch entstehen Orientierung und die Einladung, das eigene Leben bewusster in die Richtung zu lenken, die bereits in uns angelegt ist.
Mehr Leben in deiner Aufgabe
Am Ende geht es nicht darum, möglichst viel zu leisten. Ich glaube, unsere Aufgabe ist es vielmehr, immer häufiger Tätigkeiten Raum zu geben, die uns wirklich lebendig machen. Dabei lässt sich natürlich nicht jede Verpflichtung vermeiden und nicht jede Aufgabe wird Freude bereiten. Doch wir können beginnen, unser Leben Stück für Stück so auszurichten, dass das, was uns nährt, mehr Platz bekommt. Denn unsere Lebensaufgabe ist kein Punkt, den wir irgendwann erreichen, sie ist eine Richtung. Jedes Mal, wenn wir ihr folgen, kehrt ein Stück Lebendigkeit in unser Leben zurück.

